Familienbusiness: Fisch-Food

Wenn sich Chancen bieten, muss man sie ergreifen. Das hat das Team von MOBY getan und bietet nun Catering, Foodtruck und Fischspezialitäten.

Julius Rabe hat ein Faible für Gastlichkeit, das er während seines Studentenjobs in der Fischbar an der Kiellinie entdeckte und später während seiner Ausbildung zum Systemgastronomen ausbaute. Dass sein Vater und Mitgründer, Henning Rabe, Unternehmensberater ist, hat bei der Gründung von MOBY sicher nicht geschadet. Auch der Sparringspartner hat es in sich: Jörg Budewig, Experte für Existenzgründungen bei der Förde Sparkasse. Doch noch lange bevor das MOBY-Team die Ausschreibung für die Bewirtschaftung der freigewordenen Location im Frühjahr 2019 gewann, zeigte es Team-Spirit. Lillebräu, der erste Kunde, brauchte für seine Eröffnung einen Caterer, und Kieler Bier und Kieler Fischspezialitäten – das passt wie der Wurm auf den Angelhaken. Chancen muss man eben zu nutzen wissen.

Moby und ein starker Partner bei der Existenzgründung

„Die Jungs von MOBY haben einen Businessplan präsentiert, wir haben ihn auf wirtschaftliche Chancen und Finanzierbarkeit geprüft und waren überzeugt“, erinnert sich Budewig. Bei der Förde Sparkasse unterstützt ein Expertenteam für Existenzgründungen Neuunternehmer, und zwar weit über die Finanzierung hinaus: Ein persönlicher Berater steht den Jungunternehmern nach der Gründung drei Jahre lang zur Seite. Im Fall von MOBY in Person von Jörg Budewig. „Gründer haben immer viele Ideen und sie müssen auch für diese brennen, aber manchmal haben sie die rosarote Brille auf“, weiß Berater Budewig aus zehn Jahren Erfahrung. „Da ist es gut, wenn jemand objektiv Feedback gibt.“ In regelmäßigen Gesprächsrunden zwischen Gründern und Beratern passiert genau das. Aus dem beruflichen ist längst ein freundschaftliches Engagement geworden, man duzt sich. Doch statt die euphorisch-kreativen Impulse im Zaum zu halten, spricht man dieser Tage über Kostenreduktion, Maßnahmen wie Kurzarbeit und Hilfsgelder.

Die Corona-Pandemie macht es jungen Unternehmen nicht leicht. „Wir haben eine hervorragende Kooperation mit der Förde Sparkasse und einen in der Sache erfahrenen Menschen, der Tipps und Einschätzungen gibt und zuhört“, betont Henning Rabe. „Diese gute, gepflegte Partnerschaft hat in der Krise erheblich genutzt, denn das bestehende Vertrauensverhältnis war wesentlich, als es dann anders kam.“

Das kann Budewig bestätigen. „Es ist eine Achterbahnfahrt. Dadurch, dass die Machbarkeit vieler Ideen eingeschränkt ist und es viel Hin und Her gibt, wird ein gut motiviertes Team ausgebremst“, sagt er. „Das MOBY-Team arbeitet aber mit Hochdruck an Ideen und rüstet sich für die Zeit nach Corona.“ Jörg Budewig ist sich sicher: MOBY steht nun auf sicheren Beinen und es wird das Unternehmen auch nach Corona geben. Der Kontakt zwischen Gründern und Berater habe sich zudem deutlich intensiviert. Ein positiver Effekt der Beschränkungen inmitten all der Unsicherheit.

Die Location an der Kiellinie konnte aufgrund der coronabedingten Auflagen zunächst nicht wie geplant geöffnet werden. Erst Ende Mai ermöglichten Lockerungen die Öffnung. „Die Crew hat sich alle Mühe gegeben und wurde auf eine harte Probe gestellt“, sagt Mitgründer Henning Rabe. „doch wenn ich sehe, mit welcher Leidenschaft die Crew an der Eröffnung gearbeitet hat, glaube ich fest an sie. Das Konzept funktioniert – mit dieser Crew, an diesem Ort.“ Der Catering-Bereich läuft parallel weiter und am Kieler Universitätsklinikum baut man derzeit eine zweite Location auf. Denn Chancen muss man nicht nur ergreifen. Man muss sie selbst erschaffen.